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Trotz aller Erfolge bei der Tour de France: Mit 37 Jahren sind für Lance Armstrong die Tage als Profi-Sportler gezählt. Was könnte danach kommen? Dem Freund von George W. Bush werden schon länger politische Ambitionen nachgesagt. Willkommen wäre er beiden US-Parteien.
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkkorrespondent Washington
"Als wahren amerikanischen Helden" pflegte George W. Bush seinen Landsmann Lance Armstrong zu bezeichnen. Denn der Ausnahmesportler aus dem texanischen Austin habe seine Krebskrankheit nicht nur überlebt, er habe mit seinen Tour-de-France-Siegen geradezu über diese Krankheit triumphiert. Amerika brauche mehr von solchen Helden, die das richtige zu tun wüssten, lobte Amerikas Ex-Präsident.
Die Lobeshymnen des George W. Bush brachten Armstrong den Ruf ein, den Republikanern nahe zu stehen. Zumal er kein Hehl aus seiner Freundschaft zu Bush machte. Auf dem Ticket der Konservativen könne der Machtmensch Armstrong politische Karriere machen, spekulieren US-Medien. Zumindest bringe Armstrong neben seinem außerordentlichen Machtwillen auch noch einige weitere Qualifikationen für eine steile politische Karriere mit meint Politikwissenschaftler Darell West von der renommierten Forschungseinrichtung Brookings Institution: "Er ist sehr selbstdiszipliniert und eloquent. Armstrong weiß, wie man mit der Presse umgeht."
Angesichts der Armstrongschen Effektivität, seines Siegeswillens und seiner Gesamtpersönlichkeit sei ein politischer Langzeiterfolg geradezu programmiert, meint West. Nach seiner Ansicht ist ein Ausnahmekämpfer wie Armstrong auf das Wohlwollen der Republikaner gar nicht angewiesen: "Prominente wie Armstrong sind bei Republikanern wie Demokraten begehrt."
Wie unabhängig er sich fühlt, stellte Armstrong bereits auf dem Höhepunkt des Irak-Krieges unter Beweis: Er kritisierte öffentlich den Irakkrieg. Und zwar als "gigantische Verschwendung von Geld", das dringend bei der Krebsbekämpfung gebraucht werde, zitierte Amerikas landesweite Radiosendung "DemocracyNow" im Juli 2005 den Bush-Freund Armstrong.
[Bildunterschrift: Mit seiner Stiftung "Livestrong" engagiert: Armstrong im Gespräch mit Krebspatienten in einem Krankenhaus ]
Lance Armstrong verfügt nicht zuletzt durch seine Krebsstiftung "Livestrong" über exzellente Kontakte zu beiden politischen Lagern im US-Kongress - und zu den großen Geldgebern des Landes. "Er hat eine Menge Erfahrung im Geldsammeln", so Politikexperte West. "Und wenn sich Armstrong nach der Tour de France für die Politik entscheidet, dann weiß er auch, wie er an das nötige Geld für den Wahlkampf kommt." Der Kampf um den Gouverneursposten in Texas könnte bereits im kommenden Jahr die erste Armstrong-Etappe sein. Auf dem langen Weg Richtung Washington.
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