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Eine gewaltige Werbeschlacht und aggressive Slogans haben sich für Mitt Romney ausgezahlt: Bei der Vorwahl der Republikaner in Florida ließ er Konkurrent Newt Gingrich mit 14 Prozentpunkten Vorsprung klar hinter sich. Der Erfolg in einem der Schlüsselstaaten bringt Romney der Präsidentschaftskandidatur erheblich näher.
Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington, zurzeit Orlando
Wie sich die Welt innerhalb von elf Tagen verändern kann. Noch am 21. Januar herrschte Katzenjammer im Lager von Mitt Romney. Der große Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur hatte im Bundesstaat South Carolina überraschend klar gegen seinen Erzrivalen Newt Gingrich verloren - gestern war alles anders.
[Bildunterschrift: Sie sind erleichtert: Die Anhänger von Romney bejubeln seinen Erfolg in Florida. ]
Schon wenige Minuten nachdem die Wahllokale in Florida geschlossen hatten, wurde Romney zum eindeutigen Gewinner der Vorwahl des "Sonnenscheinstaates" erklärt. Und auf der Wahlparty des Romney-Camps herrschte natürlich Begeisterung, als sich der strahlende Sieger seinen Fans präsentierte.
Auch Vorwahlen sind in den USA ein Familienereignis. Und Romney ist stolz auf seine Familie, auf seine fünf Kinder und die 16 Enkel. Einige von ihnen waren auf der Bühne vergangene Nacht dabei, als das Familienoberhaupt zu seinen Anhängern sprach. "Meine Führung wird die Obama-Ära beenden und das Land zu einem neuen Wohlstand führen", versprach Romney seinen Anhängern.
Nicht so gut war die Stimmung im Lager der drei Gegenkandidaten. Rick Santorum und Ron Paul landeten abgeschlagen auf Platz drei und vier. Zweiter wurde, wie erwartet, der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich. Der machte auf seiner Party klar, dass er trotz der eindeutigen Niederlage im Rennen um die US-Präsidentschaft bleiben werde: "Es ist jetzt klar: Es wird einen Zweikampf geben zwischen dem konservativen Führer Newt Gingrich und dem moderaten Vertreter aus Massachusetts", womit Gingrich natürlich Romney meinte, der vielen Republikanern zu liberal ist.
Florida ist der viertgrößte Bundesstaat in den USA - hier allein leben knapp 20 Millionen Amerikaner. Es ist ein sogenannter Swing-State, ein Staat mit politisch wechselnden Mehrheiten. Und hinzu kommt: 22 Prozent der Einwohner Floridas haben lateinamerikanische oder hispanische Wurzeln. Inzwischen weiß man: Auch in dieser wichtigen und immer größer werdenden Wählergruppe konnte der eher liberal ausgerichtete Romney sich gegenüber dem erzkonservativen Gingrich behaupten.
Gestern Nachmittag vor einem Wahllokal in der Collins Avenue im Norden von Miami Beach. Schon die Hinweisschilder zu der Wahl sind auf Englisch und Spanisch. Hier leben besonders viele Immigranten, die aus Kuba stammen. Auch dieser ältere Mann gab seine Stimme für Mitt Romney ab - warum? "Ich glaube, Romney hat gegenüber dem amtierenden Präsidenten die größere Chance zu gewinnen. Ihm traue ich es eher zu, die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen und vor allem mehr Arbeitsplätze zu schaffen."
Und dann gibt es noch einen Grund für den gestrigen Erfolg von Romney: Der Multimillionär und sein Unterstützungskomitee investierten allein in Fernsehwerbung bisher über 14 Millionen Dollar. In den meisten Spots wurde vor allem Gingrich hart attackiert. Und Gingrich selbst konnte nur schwach reagieren: Denn ihm standen nur drei Millionen Dollar für die TV-Werbung zur Verfügung.
Gleichzeitig machte sich der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses aber auch selbst zum Gespött seiner innerparteilichen Gegner. Als er den Einwohnern Floridas stolz versprach, während seiner Amtszeit als Präsident eine bewohnte Station auf dem Mond zu errichten, schmunzelten sogar die fanatischten Weltraumanhänger in Cape Canaveral an der Ostküste Floridas. Und der abgeschlagene Präsidentschaftsbewerber Paul witzelte sogar: "Wir sollten nicht auf den Mond gehen, aber vielleicht könnten wir ein paar Politiker dorthin schicken."
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