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Durchbruch oder Minimalkompromiss? Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands haben bei ihrem Gipfeltreffen im italienischen L'Aquila eine gemeinsame Absichtserklärung formuliert. Danach soll die Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden. "Die zwei Grad sind jetzt unsere gemeinsame Basis", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent verringert werden. Die alten Industrieländer sollen dabei ihren Ausstoß von Treibhausgasen sogar um 80 Prozent oder mehr zurückfahren. Als entscheidend für die Einigung auf diese Ziele galt dabei der Wechsel in der Haltung der USA. Merkel sprach hier von einer "Trendwende".
Sie lobte, dass es nach "langem Ringen" endlich gelungen sei, dass alle G8-Staaten das Zwei-Grad-Ziel akzeptieren. Im Abschlusspapier heißt es nach Angaben der Agentur dpa: "Wir erkennen die verbreitete wissenschaftliche Meinung an, dass der Anstieg der Durchschnittstemperaturen über das vor-industrielle Niveau zwei Grad Celsius nicht überschreiten sollte." Nur wenn dies gelingt, gelten nach Meinung der meisten Experten die Folgen des Klimawandels überhaupt noch als beherrschbar.
Um dieses Ziel erreichen und den Klimawandel aufhalten zu können, müssten aber auch aufstrebende Schwellenländer wie China und Indien am selben Strang ziehen. Ob sie dies aber tun, ist trotz des vorsichtigen Optimismus' von Umweltminister Gabriel offen. Nach dessen Angaben hatten auch die Schwellenländer wie Indien, China und Brasilien erstmals anerkannt, dass die Temperatur nicht um mehr als zwei Grad Celsius steigen darf. Auf konkrete Reduktionsziele wollten sie sich aber bislang nicht einlassen. Als Nächstes wollen die G8-Länder in erweiterter Runde mit Vertretern wichtiger Schwellenländer wie Indien zusammenkommen, um die Klimaziele zu diskutieren.
Auch die G8 konnten sich noch nicht auf mittelfristige Ziele bis 2020 einigen. Merkel räumte ein, dass bis zur UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen noch viel Arbeit zu leisten sei. "Aber es gibt eben auch einen deutlichen Schritt nach vorne", sagte sie. In Kopenhagen soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden, das 2012 ausläuft.
Umweltorganisationen reagierten zurückhaltend oder mit harscher Kritik auf die Beschlüsse. Die Umweltorganisation WWF wertete die Beschlüsse zwar als Fortschritt, aber nicht als Durchbruch. So müssten aus dem Zwei-Grad-Ziel auch konkrete kurzfristige Ziele zur Begrenzung des weltweiten CO2-Ausstoßes folgen. Greenpeace kritisierte die Klimabeschlüsse dagegen scharf. "Merkel, Obama und Co. haben versagt. Die G8-Chefs sind darin gescheitert, ihrer Verantwortung im internationalen Klimaschutz gerecht zu werden", sagte der Greenpeace-Klimaexperte Tobias Münchmeyer. Es sei keinerlei Bereitschaft erkennbar, "mit einer ehrgeizigen Emissionsminderung um 40 Prozent bis 2020 - gemessen an 1990 - wahre Führungsrolle zu zeigen".
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