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Soldaten haben den honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya in seinem Amtssitz festgenommen. Der Staatschef sei auf einen Luftwaffenstützpunkt am Rande der Hauptstadt gebracht worden, teilte sein Privatsekretär Carlos Enrique Reina mit. Nach Berichten lokaler Medien ist Zelaya inzwischen in Costa Rica. Er soll dort Asyl beantragt haben.
[Bildunterschrift: Honduranische Soldaten am Präsidentenpalast in Tegucigalpa ]
Augenzeugen sahen Dutzende Soldaten, die den Amtssitz des linksgerichteten Präsidenten umzingelten. Wenig später fuhr das Militär mit Lastern wieder ab, etwa 60 Polizisten blieben zurück und schirmten das Gebäude ab.
Der Präsident wurde wenige Stunden vor Beginn der Abstimmung über ein von ihm angestrengtes umstrittenes Referendum zu einer Verfassungsänderung abgeführt. Eine neue Verfassung könnte nach dem Vorbild anderer lateinamerikanischer Staaten den Weg für eine weitere Amtszeit Zelayas frei machen, der 2006 für vier Jahre gewählt worden war. Armee und Parlament hatten sich gegen den Volksentscheid ausgesprochen, der Oberste Gerichtshof des Landes hatte ihn verboten. Zelayas Gegner behaupten, er wolle eine Diktatur errichten.
Zelaya wird aber von Gewerkschaftsführern, Bauern und Organisationen der Zivilgesellschaft unterstützt, die sich von einer Verfassungsreform mehr Mitsprache in dem Land erhoffen, in dem 70 Prozent der Bevölkerung unter Armut leiden.
Die Europäische Union verurteilte die Festnahme des Präsidenten und forderte seine Freilassung. "Diese Aktion bedeutet eine nicht hinnehmbare Verletzung der verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras", sagte der tschechische Außenminister Jan Kohout im Namen der EU-Ratspräsidentschaft bei einem OSZE-Treffen auf der Mittelmeerinsel Korfu. Auch US-Präsident Barack Obama zeigte sich besorgt über die Festnahme Zelayas.
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