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Wegen des Putsches hat die Organisation Amerikanischer Staaten Honduras vorerst ausgeschlossen. Im Land warten die Anhänger des gestürzten Präsidenten Zelaya am Flughafen auf dessen Rückkehr - ebenso wie das Militär, das ihn verhaften will. Die Angst vor einem Blutvergießen wächst.
Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Hörfunkstudio Mexiko, zzt. Tegucigalpa
[Bildunterschrift: Am Flughafen von Tegucigalpa stehen sich Demonstranten und Militär gegenüber (Bild: Anne-Katrin Mellmann) ]
Knapp eine Woche nach dem Putsch ist die Frage, die die Honduraner am meisten bewegt: Kommt der gestürzte Präsident Manuel Zelaya zurück ins Land? Und wenn ja, wie werden die neuen Machthaber reagieren? Tausende Anhänger Zelayas zogen zum Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa. "Wir wollen Dich als Präsidenten, komm schnell zurück" riefen sie.
Die Regierung von Roberto Micheletti meint es weiterhin ernst mit dem Haftbefehl gegen Zelaya. Am Flughafen erwartet ihn das Militär. Kardinal Oscar Rodriguez Madriaga warnte den Entmachteten in einer Fernsehansprache: "Eine überstürzte Aktion, die Rückkehr ins Land in diesem Moment, könnte ein Blutbad auslösen. Ich weiß, dass Sie das Leben lieben und respektieren. Bis heute hat kein einziger Honduraner sein Leben verloren. Bitte seien Sie vorsichtig, sonst könnte es zu spät sein."
[Bildunterschrift: Der neue Mann an Honduras' Spitze: Roberto Micheletti ]
Die Putschregierung weiß katholische Kirche, Oberstes Gericht, Parlament und Militär hinter sich. Zelaya hatte diese Rückendeckung nicht. Ungeachtet der Proteste im Land und der internationalen Sanktionen festigt die neue Regierung ihre Macht. Sie schafft Feindbilder. Dafür eignet sich das linke Wirtschaftsbündnis ALBA – eine Initiative von Venezuelas Präsident Hugo Chávez und Fidel Castro. Zelaya hatte Honduras in die ALBA geführt.
Die alteingesessene honduranische Zwei-Parteien-Elite reduziere den Konflikt im Land nun auf den Streit zwischen Chavisten und Antichavisten, meint Journalist Manuel Torres: "Sie tun das, ohne die Realität zu beachten, ohne die Notwendigkeit zu sehen, dass diese kaputt gegangene Demokratie schnell überwunden werden muss. Wir brauchen eine gültige Demokratie. Der Putsch zeigt deutlich die Spaltung der Gesellschaft. Daraus wird nun eine Polarisierung. Wenn die Seiten anfangen sich zu bekämpfen, haben wir ein gefährliches Niveau erreicht."
Viele fürchten, der gefährliche Funke könnte auf andere Länder überspringen. Auch in Guatemala und El Salvador regieren erst seit Kurzem linke Präsidenten schwache Demokratien. Große Teile der Bevölkerung leben in Armut, ohne die Möglichkeit ihr Land mitzugestalten. Der gestürzte Präsident Zelaya hatte den ausgegrenzten Honduranern mehr Demokratie versprochen. Doch ein Revolutionär war er nie. Die Rückkehr nach Honduras könnte ihn allenfalls zum Märtyrer machen.
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