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[Bildunterschrift: Irans Präsident Ahmadinedschad verteidigt seine Wiederwahl. ]
Knapp einen Monat nach seiner umstrittenen Wiederwahl hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine "neue Ära der Kooperation" in der Innen- und Außenpolitik angekündigt. Zudem kündigte er eine Kabinettsumbildung an, machte aber keine konkreten Angaben darüber, welche Minister ausgetauscht werden sollen.
Nur durch Zusammenarbeit könnten globale Herausforderungen begegnet werden, sagte Ahmadinedschad in einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Rede. Er nannte die Wahl vom 12. Juni, die er laut dem amtlichem Endergebnis mit deutlichem Vorsprung gewann, "die freieste Wahl der Welt". Die Opposition, die der Regierung Wahlmanipulation vorwirft, forderte unterdessen die umgehende Freilassung aller nach der Wahl Inhaftierten.
[Bildunterschrift: Zehntausende Iraner protestierten gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl. ]
Der iranische Präsident warf in seiner Ansprache westlichen Ländern abermals "Einmischung" in die iranische Wahl vor und sagte, das Parlament des Landes prüfe derzeit als Reaktion darauf die mögliche Herabstufung der diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die EU hatte der Teheraner Regierung zuvor wegen der Festnahme von britischen Botschaftsangestellten erstmals offiziell mit Sanktionen gedroht.
Wie die schwedische EU-Ratspräsidentschaft in Stockholm mitteilte, überreichten die Botschafter der derzeitigen Troika aus Schweden, Tschechien und Spanien gemeinsam im Teheraner Außenministerium eine Protestnote. Darin verlangte die Union die sofortige Freilassung des einzigen noch inhaftierten iranischen Beschäftigten aus der britischen Botschaft. Sollte das nicht geschehen, werde die EU "weitere Schritte einleiten". Ende Juni waren neun Botschaftsmitarbeiter in Teheran festgenommen worden. Die restlichen Mitarbeiter kamen bereits wieder frei.
Die Union stehe auch hinter Frankreichs Forderung nach Freilassung einer jungen französischen Universitätsdozentin. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy rief Teheran zur sofortigen Freilassung der jungen Lektorin auf, die am 1. Juli wegen "Spionage" verhaftet worden war. "Diese Spionagevorwürfe sind reine Fantasie", sagte Sarkozy. "Ich sage das so klar und einfach, wie es geht: Wir fordern die Freilassung unserer Mitbürgerin."
Nach Angaben von Außenminister Bernard Kouchner hatte die 23- Jährige Clotilde Reiss auf Protestdemonstrationen in Isfahan mit ihrem Handy fotografiert. Dem französischen Rundfunk zufolge beruht der Vorwurf der Spionage darauf, dass Reiss über E-Mail einen Freund in Teheran über die Demonstrationen informiert hatte. Reiss war nach Kouchners Angaben vor fünf Monaten in den Iran gereist und hatte als Lektorin für Französisch an der Universität Isfahan gearbeitet.
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