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Auch die Schwellenländer haben jetzt den Klimazielen der G8-Staaten zugestimmt. Das teilte US-Präsident Barack Obama am Abend im italienischen L'Aquila mit. Danach soll die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht darin einen Erfolg ihrer in Heiligendamm begonnen Politik, Greenpeace fordert dagegen mehr Anstrengungen. Die mitgereisten First Ladies erhielten unterdessen eine Audienz beim Papst.
Von Esther Hartbrich, ARD-Hörfunkstudio Moskau, z.Zt. L'Aquila
Beim G8-Gipfel im italienischen L’Aquila haben die Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko, Südafrika und auch Ägypten den Klimazielen zugestimmt, auf die sich die G8-Länder bereits am Tag zuvor geeinigt hatten.
Danach halten die Länder an dem Ziel fest, eine Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit um nicht mehr als zwei Grad zuzulassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden über das Ergebnis. "Es gibt zum ersten Mal ein Dokument der 14 Länder. Damit hat sich der Heiligendamm-Prozess, die Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Schwellenländer bewährt. Dieses gemeinsame Dokument zeigt ein hohes Maß an Übereinstimmung mit dem G8-Dokument", so die Kanzlerin.
[Bildunterschrift: Die Flaggen der G8-Staaten im italienischen L'Aquila ]
Aber anders als in der G8-Erklärung vom Mittwoch ist im Entwurf der Schwellenländer keine Rede davon, dass alle Staaten bis 2050 den Ausstoß an klimaschädlichen Gasen halbieren wollen. Tobias Münchmeier von Greenpeace Deutschland sieht deshalb keinen Durchbruch für mehr Klimaschutz. "Man will sich hier offenbar auf dem niedrigsten Nenner treffen, aber damit ist dem Klimaschutz nicht gedient. Das ist ein ganz bitteres Ergebnis."
Die Erklärung der heutigen Entscheidung beim Treffen der Staats- und Regierungschefs mit ihren Amtskollegen der Schwellenländer liegt noch nicht vor. Während die Teilnehmer noch weiter diskutieren, hofft Greenpeace auf eine weitergehende Formulierung. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben Aktivisten der Umweltschutzorganisation ihre Proteste in Italien ausgeweitet und ein fünftes Kohlekraftwerk besetzt.
Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, ebenfalls in L’Aquila zu Gast, kritisierte das Klima-Ergebnis und mahnte mehr Hilfe der Industrielander an die Schwellenländer für umweltfreundliche Investitionen an.
Ein weiteres Thema beim Gipfel ist der Iran gewesen. In einer Pressekonferenz ging die deutsche Bundeskanzlerin auf die Haltung der G8 gegenüber Iran ein. "Es ist sehr wichtig, dass wir zusammen mit Russland eine Initiative gefunden haben, dem Iran zu sagen, dass er sich bis September entscheiden muss, ob er den Verhandlungsweg wählen will oder ob die Weltgemeinschaft dann wieder über Sanktionen nachdenken muss."
Australien, Südkorea, Indonesien und Dänemark als Gastgeber der UN-Klimakonferenz im Dezember nahmen ebenfalls an den Gesprächen in L’Aquila teil. Zusammen mit den G8 und den Schwellenländern sind sich die sogenannten stärksten Handelsnationen einig, einen neuen Versuch zu starten, im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO die globalen Märkte zu öffnen. Gerade im Landwirtschaftsbereich wäre das für die armen Länder besonders wichtig.
Die Ehefrauen der mit nach Italien gereisten Staats- und Regierungschefs widmeten sich unterdessen dem Damenprogramm. Dazu gehörte unter anderem eine Audienz beim Papst, an der allerdings Carla Bruni, die Frau des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, nicht teilnahm. Sie wohnt auch nicht wie die anderen Gattinnen in einem römischen Hotel, sondern am G8-Veranstaltungsort in der Kaserne der italienischen Finanzpolizei. Offenbar will sie sich vom Sonderprogramm des Gastgebers Berlusconi distanzieren. Italienische Frauen hatten vor dem G8-Gipfel an die Ehefrauen der Staats- und Regierungschefs appelliert, den Gipfel zu boykottieren, um gegen Berlusconis Verhalten Frauen gegenüber zu protestieren.
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