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Mahmud Ahmadinedschad hat bei der Präsidentenwahl im Iran laut Informationen des Innenministeriums 62,6 Prozent der Stimmen erreicht. Er erzielte damit überraschend bereits im ersten Wahlgang die nötige Mehrheit. Sein stärkster Konkurrent Hussein Mussawi dagegen kam demnach auf einen Stimmenanteil von nur 33,7 Prozent. Wahlbeobachter hatten ein knappes Wahlergebnis und ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten prognostiziert. Die anderen zwei Kandidaten um das Präsidentenamt erhielten zusammen nur rund drei Prozent der Stimmen.
Ahmadinedschads Anhänger feierten schon in der Nacht in den Straßen Teherans und erklärten den Amtsinhaber zum Sieger. Ahmadinedschad selbst äußerte sich bislang nicht zum Ergebnis der Abstimmung.
[Bildunterschrift: Der offiziell Zweitplatzierte der Präsidentenwahl im Iran, Hussein Mussawi, erklärte sich noch am Wahlabend zum Sieger. ]
Der offiziell zweitplatzierte Mussawi kündigte an, den sich abzeichnenden Sieg Ahmadinedschads nicht anzuerkennen. Er werde sich der "gefährlichen Inszenierung" beim ersten Wahlgang am Freitag nicht beugen, sagte Mussawi in Teheran. Der gemäßigte Konservative, der von Teilen des Reformlagers unterstützt wurde, protestierte "scharf gegen zahlreiche und sichtbare Unregelmäßigkeiten" bei dem Urnengang. Es sei seine "religiöse und nationale Pflicht", die Geheimnisse aufzudecken und ihre "zerstörerischen Auswirkungen auf das Schicksal des Landes zu erläutern", fügte Mussawi hinzu.
Ein Sprecher des Wächterrates sagte der Nachrichtenagentur IRNA, es habe sehr wenige Beschwerden gegeben. Ein Einspruch gegen den Wahlausgang könne jedoch noch drei Tage nach Schließung der Wahllokale eingebracht werden.
Noch auf einer Pressekonferenz vor Schließung der Wahllokale hatte Mussawi der Regierung Wahlbetrug vorgeworfen. "Ich bin der eindeutige Gewinner der Wahl und der rechtmäßige Präsident des Volkes", sagte Mussawi. Er beklagte, dass der Mobilfunkverkehr gestört gewesen sei. Vor allem seine zahlreichen Anhänger aus jüngeren Wählerschichten hätten sich über Textnachrichten verständigt. Auch sei seinen Mitarbeitern der Zugang zu mehreren Wahlbüros verwehrt worden.
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Auf dem Teheraner Wanak-Platz versammelten sich am Tag nach der Wahl mehrere tausend zumeist junge Menschen, um ihre Solidarität mit Mussawi zu bekunden. Mit Parolen wie "Tod dem Diktator" forderten sie Ahmadinedschads Ablösung. Einige bewarfen die Polizeibeamten vor Ort mit Steinen und steckten Mülleimer in Brand. Die Polizei ging mit Knüppeln gegen die Demonstranten vor, es gelang ihr aber nicht, die Menge zu zerstreuen. Aus Sorge vor massiven Protesten der Opposition erließen die Teheraner Behörden ein Demonstrationsverbot.
Laut Ministeriumsangaben stimmten bei der Wahl am Freitag mehr als 18 Millionen Iraner für ihren bisherigen Präsidenten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Etwas mehr als 36 Millionen Stimmen seien landesweit abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung gab der Wächterrat laut IRNA mit der Rekordquote von 82 Prozent an.
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Im Wahlkampf hatten die reformorientierten Kräfte Ahmadinedschad vorgeworfen, das Land durch seine kompromisslose Linie international isoliert und die Wirtschaft ruiniert zu haben. Der Präsident setzte dagegen, er habe dem Land "seinen Stolz und seine Würde" zurückgeben.
Wegen des großen Andrangs waren die Öffnungszeiten der Wahllokale mehrfach verlängert worden. In vielen Wahllokalen gingen aber nach Angaben von IRNA schon am Mittag die Stimmzettel aus.
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