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Der Stromkonzern Vattenfall hat nach der jüngsten Panne im Atomkraftwerk Krümmel eine komplette Prüfung aller Abläufe zugesagt. Dazu sei Vattenfall-Manager Stefan Dohler als Sonderermittler eingesetzt worden, teilte das Unternehmen mit.
[Bildunterschrift: Räumt Fehler ein, verspricht Aufklärung und Konsequenzen: Tuomo Hatakka ]
Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka räumte in seinem Zwischenbericht, den er in Berlin präsentierte, Fehler ein und bezeichnete sie als "herben Rückschlag für alle Anstrengungen, die wir in den vergangenen zwei Jahren bezüglich unserer Sicherheitskultur unternommen haben". Er fügte hinzu: "Wir sind uns bewusst, dass wir erneut Vertrauen verloren haben. Das müssen wir uns neu verdienen." Hatakka bedauerte, dass es zu Sorgen in der Bevölkerung gekommen sei und versprach, dass der Aufarbeitung der Pannenserie Konsequenzen folgen würden.
Die bisherigen Untersuchungen der jüngsten Zwischenfälle in Krümmel "erlauben noch keine abschließende Aussage über die Ursache", sagte er. Ergebnisse würden vorgestellt sobald sie vorlägen. Kritik an der Kommunikationspolitik seines Unternehmens wies Hatakka zurück: "Zu keinem Zeitpunkt haben wir Informationen zurückgehalten."
Am Wochenende hatte ein Trafo-Kurzschluss zu einer Schnellabschaltung des Reaktors bei Geesthacht geführt. Wie der Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy, Ernst Michael Züfle, sagte, "bestand zu keinem Zeitpunkt irgendein Risikopotenzial für die Bevölkerung". Er räumte jedoch ein, dass es in Krümmel wahrscheinlich auch zu einem Brennstab-Schaden gekommen sei. Es seien möglicherweise einige wenige Brennstäbe von rund 80.000 defekt, sagte Züfle. Heute soll der Druckbehälter des Reaktors für Untersuchungen geöffnet werden.
Der Reaktor in Krümmel ist seit dem Zwischenfall erneut vom Netz. Der Kraftwerksleiter musste kurz danach seinen Posten räumen, weil der Einbau einer hochmodernen Sicherheitsanlage am betroffenen Transformator vergessen wurde. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hatte Vattenfall und Hatakka bereits gerügt und mit einer gänzlichen Abschaltung gedroht.
Wer hat sie? Wer kontrolliert sie? Wer will sie? [mehr]
Der Konzern steht aber nicht nur in Deutschland sondern auch in seiner Heimat Schweden unter Druck. Auch dort hatte es Negativ-Schlagzeilen gegeben. Sie betreffen den Reaktor Ringhals im Süden des Landes. Die Regierung in Stockholm forderte das Unternehmen auf, einen "Sonderbericht zur Reaktorsicherheit" abzugeben. Als Hintergrund nannte das Ministerium den erneuten Stillstand des norddeutschen Kernkraftwerkes Krümmel sowie scharfe Kritik von Schwedens Strahlenschutzbehörde an Sicherheitsmängeln am Atomkraftwerk Ringhals.
[Bildunterschrift: Arbeiter hinter dem Zaun des Atomkraftwerks Krümmel. Das Kraftwerk ist seit Samstag vom Netz. ]
Vattenfall gehört zu 100 Prozent dem schwedischen Staat. Der zuständige Staatssekretär Ola Altera erklärte: "Wir erwarten, dass Vattenfall der Sicherheit in seinen Kernkraftanlagen die höchste Priorität zumisst. Leider haben die Ereignisse der letzten Tage dem Vertrauen in das Unternehmen sowohl in Schweden wie in Deutschland geschadet." Die Regierung in Stockholm habe sich auch mit der Bundesregierung wegen der Reaktionen in Deutschland in Verbindung gesetzt.
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