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Von Gregor Hoppe, ARD-Hörfunkstudio Rom, zzt. L'Aquila
Dieser G8-Gipfel ist nur ein Zwischenschritt zum nächsten G20-Treffen. Das ist auch nur logisch. Der Kreis der G8 wächst unaufhaltsam. Denn längst betreffen die Probleme einer globalisierten Welt diese in deren Gesamtheit. Und es wäre sinnlos, etwa über die Erderwärmung zu sprechen, und die nicht mit einzubeziehen, die in absehbarer Zukunft mit riesigen Kapazitäten in die Weltindustrie eintreten: China und Indien seien hier stellvertretend vor allen anderen genannt. Die mit weitem Abstand größten Völker der Erde müssen mit an den Tisch. Nicht nur aufgrund ihrer Größe, sondern weil sie, wie Brasilien und andere auch, Industrie- und Entwicklungsland in einem sind. Diesen Wandel durch Dialog mit zu gestalten, daran muss dem Westen gelegen sein.
Der Prozess ihrer Erweiterung stellt die G8 nicht im Grundsatz in Frage. Weltwirtschaftsgipfel bleiben die gute Idee, die sie in den Siebzigerjahren gewesen sind, als in der BRD Bundeskanzler Helmut Schmidt regierte. Nur sind seitdem Jahrzehnte vergangen. Und die G7 und Russland - schon das war seinerzeit eine vieldiskutierte Erweiterung - müssen und werden nicht nur untereinander im Gespräch bleiben, sondern auch mit mehr Regierungen auf der Welt.
An diesen, von der deutschen Diplomatie gern mit dem Stichwort "Heiligendamm" verknüpften Prozess, stellen sich freilich politische Fragen: Waren die G7 - grob gesagt - eine politische Wertegemeinschaft westlich ausgerichteter Demokratien, und Russland der Partner, den man unter Zudrücken oft beider Augen sinnvollerweise oder notgedrungen mit ins G8-Boot holte, so zeichnen sich auch bei den G20 viele Widersprüche ab: Kann man mit dem Regime in Peking über Raubkopien und Protektionismus verhandeln, und Tibet, Taiwan, die Menschenrechte und den Minderheitenstatus stillschweigend übergehen? Lässt sich Indien beim Thema Emissionsschutz nur dann mit einbeziehen, wenn man den atomaren Wettlauf des Landes mit Pakistan großzügig übersieht?
Die Antwort auf so komplizierte Fragen geben die G8-Veranstaltungen jetzt schon: Was hier an drei Tagen möglichst medienwirksam vorgeführt wird, sind seit Monaten in Dauerverhandlungen vorbereitete minimale Schritte aufeinander zu. Und das zu vielen drängenden Fragen gleichzeitig. Dass die Annäherungen im Schneckentempo daherkommen, dass keine radikalen Lösungen angeboten werden, beklagen die hier vertretenen Nichtregierungsorganisationen völlig zu Recht.
Nur gibt es keine Alternative dazu, schrittweise Macht und Mitbestimmung, aber auch die Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen. Nichts in der internationalen Politik ist je dadurch besser geworden, dass man nicht miteinander sprach. Das mag alles schwieriger machen, aber sinnvoll und gerechter ist es auf alle Fälle.
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