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Während die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos die Köpfe zusammenstecken, um über die ökonomische Zukunft der Welt zu beraten, sorgt ein kleines Unternehmen dafür, dass die Gespräche nicht trocken laufen: Auf mehr als 1600 Metern Höhe brauen Eidgenossen und ein Rheinländer ihr erlesenes Bier für die illustre Gesellschaft.
Von Axel Weiß, SWR, zzt. in Davos
Der Brunnen in Davos-Monstein nahe der Kirche plätschert auch jetzt im Winter munter vor sich hin. Monstein, das sind 190 Einwohner, drei Schreinereien, ein Hotel, ein Laden und: eine Brauerei. "Hier haben wir das Sudhaus, das eigentliche Herzstück der Brauerei", erzählt Geschäftsführer Carlo Wasescha. Bei Führungen gerät er gern ins Schwärmen.
Verständlich, denn die winzige Schaubrauerei hoch oben in den Bergen über Davos hat es mit einigem Auf und Ab jetzt immerhin bis ins zwölfte Jahr ihres Bestehens geschafft. Entstanden ist die "BierVision Monstein", so der Name, aus einer Projektidee von vier ehemaligen Monsteinern.
[Bildunterschrift: Geschäftsführer Wasescha: "Ein bisschen Abwechslung für den Kunden" ]
Inzwischen haben 1200 Aktionäre aus der ganzen Welt in die Dorfattraktion investiert, eher als Liebhaber freilich denn als Investment zum Geldverdienen. Als gesicherte Dividende stehen ihnen pro Jahr nur zwei Flaschen eigenes Bier zu. Davon freilich gibt's vier Sorten, erzählt Wasescha: "Wir haben ein helles Bier, das Huusbier, dann haben wir ein anderfarbenes, das Wätterguoge Bier, machen aber auch ein Bockbier und das Mungga Bier, was eigentlich ein Kölsch-Typ ist. Wir haben also ein schönes Sortiment, so dass der Kunde auch ein bisschen Abwechslung hat."
Die Arbeitsbedingungen in dem einstöckigen Gebäude im Dorfinnern sind extrem beengt. Die Kessel und Abfüllanlagen der Brauerei füllen die Räume einer früheren Käserei restlos aus. Die Gärtanks stehen aus Raumnot nicht im Keller, sondern im ersten Stock. Und drei Lager verteilen sich über das ganze Dorf. Auf mehr als 1600 Meter Seehöhe macht das vor allem im Winter Probleme. Ein beladener kleiner Gabelstabler quält sich trotz Schneeketten an allen Rädern mühsam die glatte Dorfstraße hoch: "Im Winter müssen wir die Paletten gleich rausfahren, sobald sie abgefüllt sind" - und das Lager liegt noch etwas höher als die Brauerei.
Dennoch: Braumeister Hannes Gutschmidt, gebürtiger Kölner, möchte nirgends woanders arbeiten: "Hier ist natürlich noch sehr viel Handarbeit dabei und das ist auch das Schöne, deshalb habe ich auch den Weg der kleinen Brauerei eingeschlagen. Man ist für alles verantwortlich." Natürlich sei das das auch eine Zusatzbelastung. "Aber in Großbrauereien ist man als Braumeister oft nur parziell eingesetzt. Dem entgeht man hier natürlich grandios, indem man wirklich von den Rohstoffen bis zum Kundenservice alles macht", schwärmt Gutschmidt.
Die Kunden für die 180.000 Liter jährlich sitzen überwiegend in der Davoser Gastronomie. Drei Viertel des Biers wird regional verkauft, darunter auch in so illustre Nobelrestaurants wie etwas das Belvedère im Grandhotel Steigenberger. Beim Weltwirtschaftsforum darf die kleine Dorfbrauerei an einem Abend erstmals sogar ein Apero veranstalten, also eine kleine Stehparty, freut sich der Geschäftsführer.
Das Weltwirtschaftsforum macht sich ansonsten trotz der geringen Entfernung in Monstein direkt kaum bemerkbar. Die Teilnehmer haben zu wenig Zeit zum Sightseeing, wie eine Brauerei-Besichtigung, erzählt Carlo Wasescha. Die Ausnahme bildet ausgerechnet eine nicht-trinkende Berufsgruppe. "Es verirren sich ab und zu ein paar Chauffeure her, die kurz reinschauen und dann wieder gehen", so Wasescha. Und ab und zu schaut auch vom Militär mal jemand herein, immerhin sind über 3500 Mann während des Weltwirtschaftsforums in Davos stationiert. Die wollen auch nicht immer nur Wasser aus dem Dorfbrunnen trinken.
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