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Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de.
Manchmal geht der Weltgeist schon eigenartige Wege: Vor einem halben Jahr haben wir berichtet, dass es britischen Geheimdienstlern gelungen war, eine Bombenbauanleitung des Terrornetzwerks Al Kaida durch Rezepte für amerikanische Napfkuchen zu ersetzen.
Irgendwas muss seitdem im transatlantischen Kampf gegen den Terror schief gegangen sein, wie dieser Tage ein Vorfall am Flughafen der US-Spielermetropole Las Vegas nahe legt: Dort wurde eben ein solcher Cupcake als potenzielle Terrorwaffe konfisziert.
Ein Mitarbeiter der allgemein nur bedingt wegen ihrer Effizienz bekannten Transport Security Administration (TSA) entschied dort, dass besagte Leckerei eine Gefahr für die Flugsicherheit darstelle: Die Viskosität des verwendeten Zuckergusses läge gefährlich nahe an der Definition eines Gels. Und eben jenes dürfe nur in einer durchsichtigen, wiederverschließbaren Plastiktüte und nicht in einem Glasbehälter wie der inkriminierte Kuchen befördert werden. Der muss von mir, äh… vernichtet werden.
Das Angebot der Kuchenbesitzerin, die Süßigkeit in einen genehmigungsfähigen Beutel umzufüllen, nahmen die Beamten nicht an. Schließlich würde zwar nicht der potenziell explosive Zuckergussanteil, wohl aber das Gesamtvolumen des Kuchens die erlaubte Höchstmenge für untersuchungsbedürftige Substanzen überschreiten. Kurzum: Der Kuchen, der übrigens eine vorherige TSA-Untersuchung am Flughafen von Boston anstandslos bestanden hatte, musste aus dem Verkehr gezogen werden.
Die Nachricht machte schnell als "Cupcakegate" im Internet die Runde, was die TSA nicht ruhen ließ. Im behördeneigenen Blog rechtfertigte man sich: Schließlich war es kein gewöhnlicher Kuchen, sondern einer mit besonders viel Glibber drauf. Anhand zweier Präzedenzfälle von Terrorakten, die theoretisch auch mit dem Zuckerguss hätten ausgeführt werden können, versucht der Autor die Entscheidung des TSA-Kontrolleurs zu rechtfertigen.
Ja, man werde auch zukünftig Kalorienbomben au Bord erlauben, hieß es weiter. Man müsse aber damit rechnen, dass unkonventionelle Leckereien im Sinne der nationalen Sicherheit schon mal vernichtet würden - auch dann, wenn sie nicht nach dem Al-Kaida-Rezept gebacken wurden.
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