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Die weltweite Wirtschaftskrise hinterlässt tiefe Spuren auf dem deutschen Zeitungsmarkt. "Das Jahr 2009 wird als das bisher schwierigste in die Geschichte der Zeitungen eingehen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff.
[Bildunterschrift: Auch die deutschen Zeitungen müssen wegen der Wirtschaftskrise Einbrüche im Anzeigengeschäft verkraften. ]
Zwischen Januar und Mai brach das Anzeigenvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 12,4 Prozent ein. Mit einem Minus von 41,1 Prozent fiel das Minus bei den Stellenanzeigen am drastischsten aus. Zuwächse gab es nur in wenigen Bereichen. So schalteten die Lebendsmitteldiscounter und andere Handelsunternehmen 7,6 Prozent mehr Werbung als im Vorjahreszeitraum.
Trotz der Krise lehnte der BDZV direkte Staatshilfen ab. Verbandsgeschäftsführer Wolff forderte jedoch bessere Rahmenbedingungen für die Presse. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit, sich stärker als bisher am lokalen und regionalen Hörfunk und Fernsehen zu beteiligen. Das Wettbewerbsrecht müsse gelockert werden. Auch Fusionen müssten erleichtert werden. Zudem verlangte Wolff, die Mehrwertsteuer für Zeitungen zu reduzieren oder abzuschaffen.
Die Gesamtauflage der Zeitungen ging erneut zurück. Sie lag im ersten Quartal mit rund 25,4 Millionen Exemplaren 2,1 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Der stärkste Rückgang traf die Boulevardzeitungen mit einem Minus von rund 5,3 Prozent. Gegen den Trend verbuchten die Wochenzeitungen sogar ein Plus von 1,5 Prozent. Auch die Online-Angebote der Verlage verzeichneten laut BDZV Zuwachsraten. 17,3 Millionen Internet-Nutzer in Deutschland besuchen demnach regelmäßig Webseiten von Zeitungen. Ein Jahr zuvor waren es den Angaben zufolge noch 15,5 Millionen.
Im Kampf gegen die "Gratiskultur" im Internet forderten die Verleger politische Unterstützung. Nur mit einem Leistungsschutz für Zeitungsverlage, vergleichbar mit dem Urheberrecht, könne der "Inhalte-Klau" im Netz gestoppt werden. "Wir können nicht länger hinnehmen, dass unsere teuer produzierten Qualitätsinhalte von Dritten bedenkenlos kommerziell genutzt werden, ohne dass dafür auch nur ein Cent an die Verlage gezahlt wird", kritisierte Wolff. In einem nächsten Schritt müssten dann Bezahlmodelle für Internet-Inhalte entwickelt werden. Die Online-Werbung reiche nicht aus, um Qualitätsjournalismus im Internet zu sichern. Seit 2002 hätten die Zeitungen 30 Prozent ihres Anzeigenmarktes an das Internet verloren.
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