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[Bildunterschrift: Beatrice Weder di Mauro war seit 2004 im Sachverständigenrat. ]
Die "Wirtschaftsweise" Beatrice Weder di Mauro hat ihren Abschied aus dem Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angekündigt. Sie folgt dem früheren Bundesbankpräsidenten Axel Weber zur Schweizer Großbank UBS. Dort ist sie für einen Platz im Verwaltungsrat nominiert.
Um auch nur den Anschein eines Interessenkonfliktes zu vermeiden, habe sie der Bundesregierung mitgeteilt, für die Ende Februar anstehende neuerliche Berufung in den Rat nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Das teilte ihr Lehrstuhl an der Mainzer Universität mit.
Weder di Mauro ist seit 2004 Mitglied des Rates der Wirtschaftsweisen und die einzige Frau in der Geschichte des Gremiums. "Ich habe rund acht Jahre lang mit großer Freude meine Tätigkeit im Sachverständigenrat ausgeübt", sagte die 46-jährige Professorin. Sie wolle sich künftig Aufgaben widmen, die im Schnittbereich von Wissenschaft und Praxis lägen und einen direkten Wirtschaftsbezug hätten. "Es war mir immer wichtig, auch nur den Anschein eines Konfliktes mit meiner Aufgabe im Sachverständigenrat zu vermeiden. Deshalb ziehe ich mich aus dem Rat zurück", erklärte sie.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler bedauerte den Abschied. Weder di Mauro sei seit 2004 eine der tragenden Säulen im Sachverständigenrat gewesen. Ihr Ausscheiden vor dem Hintergrund des Wechsels zur UBS sei Ausdruck ihrer hohen Integrität, sagte der Vizekanzler und FDP-Chef. In Regierungskreisen wird davon ausgegangen, dass er bald einen Kandidaten für die Nachfolge präsentiert. Die anderen Mitglieder im Sachverständigenrat sind der Würzburger Professor Peter Bofinger, der Chef des Essener RWI-Instituts, Christoph Schmidt, und der Freiburger Ökonom Lars Feld.
Auch die Grünen bedauerten das Ausscheiden: "Schade, dass eine so kompetente Frau an der Spitze der Wissenschaft zu einer Bank geht", sagte der Finanzexperte der Grünen-Fraktion, Gerhard Schick.
Der Chef der "Wirtschaftsweisen", Wolfgang Franz, bezeichnete den Abschied von Weder di Mauro als "Schlag ins Kontor". Franz sagte "Handelsblatt Online", sie sei nicht nur fachlich eine exzellente Unterstützung gewesen, sondern habe auch sehr zu einer harmonischen Zusammenarbeit beigetragen. "Ich kann ihre Entscheidung aber verstehen - solch ein Angebot bekommt man nicht alle Tage."
Die UBS hatte zuvor angekündigt, dass Weder di Mauro bei der Generalversammlung im Mai in das Kontrollgremium der Bank gewählt werden soll. Ex-Bundesbankchef Weber soll ebenfalls im Mai - rund ein Jahr nach seinem Abschied von der Bundesbank - zum obersten Kontrolleur der mit Verlusten und Imageproblemen kämpfenden Bank werden.
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